Hände Falten, Goschn Halten

By moritzablinger

Ich bin seit gestern Abend zurück aus Rovinj und zeitwiese war das Gesprächsthema Nr. 1 die bevorstehende Nationalratswahl. Interresanterweise gibt es da doch innerhalb meiner MitschülerInnen eine linke Mehrheit(da zähle ich jetzt alljene dazu, die sagen, sie(würden) KPÖ,SPÖ,Grün oder LiF wählen. So weit so schön.

Nur ein paar Wahnsinnige(sollte ich ein Lieblingswort haben, dann ist „Wahnsinnige“ sicher eins davon) gibt es bekannterweise überall. Eine Person war nämlich fundamental-evangelisch. Aus der Sicht dieser Person, ist das Ziel des Lebens , dass mensch während seinem/ihrem Leben eine Verbindung zu Jesus aufbauen muss, sonst kommt mensch am Tag des jüngsten Gerichts in einen unsagbar heißen See. Weil das so in der Ofenbarung stehe, ist dass auch so, meinte die Person. Weiters hält diese Person auch das Alte Testament für das einzig Wahre. Auf den Einwand eines Klassenkollegen, dass das stückweise höchstgradig sexistisch sei, entgegnete die Person „Ja, wahrscheinlich will Gott das in der Ehe der Mann über die Frau herrscht.“(oder so ähnlich).  Adam und Eva waren des Weiteren die ersten Menschen.

So weit so problematisch. Das weitaus größere Problem ist aber, dass das ganz und gar kein Einzelfall ist. In meiner Klasse gibt es nämlich noch zwei weitere Menschen die diesen Unfug glauben.

Aber auch die „milderen“ Formen von Religionen(sei es die katholische, die islamische, die buddhistische…) sind kaum ungefährlicher. Homophob, sexistisch und mehr oder weniger wissentschaftsfeindlich sind alle diese Glaubensgemeinschaften.

Wenn war an einen oder mehrere Gott/Götter glauben will, sei ihm/ihr das zugestanden. Nur soll das keinerlei Einfluss auf den Staat oder sonstiges haben.

In diesem Sinne:

4 Antworten zu „Hände Falten, Goschn Halten“

  1. Michael sagt:

    Aber auch die “milderen” Formen von Religionen(sei es die katholische, die islamische, die buddhistische…) sind kaum ungefährlicher. Homophob, sexistisch und mehr oder weniger wissentschaftsfeindlich sind alle diese Glaubensgemeinschaften.

    Den Buddhismus kann man wohl nicht in diese Suppe an „gefährlichen“ Weltanschauungen werfen. Schon alleine deshalb, weil der Buddhismus nicht einmal einen Gott vorschreibt und diesen Allmachts/Allwahrheitsanspruch erhebt, wie es die drei monotheistischen, abrahamitischen Weltreligionen tun. Eine Grundregel im Buddhismus lautet:

    „Glaube nicht an irgendetwas einfach nur, weil du es gehört hast. Glaube nicht an irgendetwas einfach nur, weil viele darüber sprechen. Glaube nicht an irgendetwas einfach nur, weil du es in einem religiösen Buch geschrieben fandest. Glaube nicht an irgendetwas nur wegen der Autorität deiner Lehrer und der Alten. Glaube nicht an Traditionen, weil sie über viele Generationen überliefert worden sind. Wenn du aber beobachtet und analysiert hast, wenn du zu der Auffassung gelangt bist, dass etwas vernünftig ist und zum Guten hinführt und dem einzelnen und der Allgemeinheit nützt, dann akzeptiere es und lebe dementsprechend.“

    Es sind durchaus moderne, „aufgeklärte“ Ansätze in diesem Glauben. Kant würde sich darin wohl in weiten Teilen wiederfinden. Ich habe den Buddhismus als eine sehr friedliebende Weltanschauung kennen gelernt, ganz anders als der Schmarrn aus Christentum, Islam und Judentum, wo in sämtlichen Heiligen Schriften gegen Ungläubige gehetzt wird, dass sich die Balken biegen. Als vernünftiger Mensch muss man natürlich auch am Buddhismus einiges kritisieren. Aber zwischen „Islam, Christen- und Judentum“ und „Buddhismus“ liegen eben doch Welten.

  2. da höfts ma sagt:

    so weit ich weiß basiert der Buddhismus darauf, dass das Leben eine Bestrafung ist, weil man nur, wenn man genug Gutes in einem Leben getan hat, ins Nirvana gelangt und nicht mehr wiedergeboren werden muss. ich weiß nicht ob das unter „friedliebende Weltanschauung“ fällt…

  3. Das Kreuz mit dem Kreuz « Moritz’s Spielwiese sagt:

    [...] Dass ich prinizpiell von Religionen halte, wisst ihr hoffentlich noch. [...]

  4. Maja sagt:

    Ich bin überaus froh, dass ich gelernt habe „die Hände zu falten“, sprich in einer lebendigen Beziehung mit Gott zu leben, denn abgesehen davon, dass es dem Leben eine ganz andere, ungeahnte, reiche Dimension gibt, ist genau das der Grund, warum ich nicht „die Goschn halte“, wenn es um Leid, Ungerechtigkeit, Hoffnungslosigkeit, Trostlosigkeit etc. geht, die andere Menschen betreffen. Und genau das ist auch Grund für mich, auch hier nicht die Goschn zu halten, sondern zu sagen, dass diese Aktion mich sehr an „längst überholte Ansichten“ erinnert, die wir zum Glück (oder Gott sei Dank) hinter uns gelassen haben. Und es tut mir leid für all die, die Kirche und Gott lediglich als unwissenschaftlich beschreiben können, weil sie nicht erleben, welche Wahrheit, Freude und welches volle Leben dahintersteht!

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