Archiv für die Kategorie ‘Jörg Haider’

Wenn die Sonne vom Himmel fällt…

November 17, 2008

…kann das oftmals recht gefährlich ausgehen, schon der Blick nach Kärnten beweist dies. Gerade eben dieses Wochenende bin ich wieder mit dem kärnter Intellekt aufeinander geprallt.

Da meinten doch glatt zwei Herren, ihreszeichens Teil der offenbar radikal-feministischen Jugendorganisation SJG Kärnten, Frauen werden nicht benachteiligt. Nachdem im Gesetz ja die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau verankert sei, müssen die Frauen nur wollen. Der niedrige Frauenanteil in den meisten(also wirklich fast allen) politischen Gremien, sei daraufzurückzuführen, dass die Frauen weniger Interesse an Politik hätten. So zumindest die nobelpreisverdächtige These der zwei Herren. Einer der beiden behauptete dann weiters, dass es bei ihnen in der Organisation schon lang keinen Sexismus oder Diskriminierung gegenüber Frauen gäbe. Das der Frauenanteil im SJG Kärnten-Präsidium bei stolzen 10% liegt fand ich erst später heraus.

Diese Thesen, die statistisch kinderleicht zu entkäften und einfach grundfalsch sind, halten sich also bis in vermeintliche linke Organisation.

Appropos Kärnten: Dort wurde dem Typen der für den Auftritt von Stermann und Grissemann in der klagenfurter Uni verantwortliche gewesen wäre, wäre dann das Duo dort aufgetreten, wurde an den Autorädern herumgeschraubt. Uwe Scheuch meint auch, dass den beiden Kabereestisten die Kärnter Volkssele verletzt hätten und das BZÖ fordert schon seit einiger Zeit ein Auftrittsverbot. Das mit der freien Meinugsäußerung sollte doch bei einem Jörg Haider schon ein Ende haben.

Der Tod des Jörg H.

Oktober 14, 2008

Bevor es unaktuell wird, veröffentliche ich hier auf sicher einen Artikel den ich dieser Tage zum Leben und Sterben des Jörg Haiders geschrieben habe (Hab’ mich dabei beim grandiosen Misik-Videoblog inspiriert):

Jörg Haider- Ein Nachruf

Jörg Haider ist tot. Gestorben bei einem Autounfall, das ist tragisch, ohne Zweifel. Doch schon beginnen die Lobhudeleien auf einen Politiker der in seiner Karriere dieses Land mit rassistischen Parolen verseucht hat.

Jörg Haiders politische Karriere begann, als er 1979 in den Nationalrat einzog. Schon damals gab er sich als „Wilder Hund“, kleidete sich untypisch für das Parlament, unterbrach die meisten Reden mit Zwischenrufen. Er wurde zum Hoffnungsträger des nationalistischen Flügels in der FPÖ und 1986 beim Parteitag in einer Kampfabstimmung zum Parteivorsitzenden.

Talentierter Politiker

In einer beispielslosen Art und Weise führte er seiner Partei danach von einem Wahlsieg zum nächsten. Bis die Freiheitlichen schließlich bei den Nationalratswahlen 1999 27 % der Stimmen erlangten und zweitstärkste Kraft hinter der SPÖ wurden. All das zeugt von Haiders Talent als Politiker. Haider schürte in seinen Reden den Rassismus, Antisemitismus und ein reaktionäres Frauenbild der ÖsterreicherInnen. Eigenschaften die zumindest zeit seines Lebens kaum einE VertreterIn der anderen Parteien gut hieß.

Schlechtes Erinnerungsvermögen

„Ein tragischer Vorfall“, aber man solle „also nicht dauernd, also Krokodilstränen für einen, äh, abgeschobenen Drogendealer vergießen“. So kommentierte Jörg Haider den Fall Marcus Omofuma, ein Schubhäftling der bei seiner Abschiebung von zwei Polizisten so gefesselt wurde, dass er in Folge dessen starb. Nur ein Beispiel für die menschenverachtende Politik, die Haider teilweise betrieb. An das erinnern sich heute nur mehr die Wenigsten, auch an die oben angeführten Ängste die er in der Gesellschaft schürte, will sich niemand mehr so recht erinnern.Aber wie sagte schon Robert Misik:

„Man kann auch Mitgefühl mit jenen haben, die zum Mitgefühl nicht fähig sind. Hätte man es nicht, sie hätten gewonnen: Man wäre ihnen ähnlich geworden.“